Jammern bringt nichts

In der Distanzierung zum Antifeminismus habe ich erklärt, warum ich mich nicht als Maskulinsten im Sinne der Definition auf Wikipedia sehe. In den Kommentaren darunter ging es dann hin und her: über den Unterschied zwischen Maskulismus und Maskulinismus, ob es diesen Unterschied überhaupt gibt, ob es das eine oder das andere überhaupt gibt, links zu widersprüchlichen Definitionen auf verschiedenen Seiten und Blogs.

Aber irgendwie scheint niemand die Definition von Maskulinismus der Wikipedia zu teilen.

Wikipedia Logo

Warum schreibt die dann niemand um?

Jammern ist leicht, ich habe es ja selbst auch getan: lang und breit erörtert warum die Definition von Maskulinismus auf der Wikipedia Mist ist. Aber wieso werden seitenweise Text in Blogs gekippt, während fast niemand wenigstens einen Versuch die Wikipedia richtig zu stellen unternimmt? Weil irgendwelche mächtigen fiesen Institute jede Textzeile aus der Wikipedia löschen, die nicht dem feministischen Dogma entspricht? Mir scheint dass alleine schon die Berichterstattung darüber jede Motivation sich selbst in die Wikipedia einzubringen abgetötet hat.

Die Wikipedia ist ein Leitmedium, das bei Journalisten die Recherche ersetzt für die Recherche verwendet wird. Wenn jetzt so ein Journalist, der von männerrechtlichen Themen keinen Dunst hat, zufällig in der Wikipedia liest, dass wir alle an die naturgegebene Überlegenheit des Mannes über die Frau glauben, ja was wird der sich wohl dabei denken? Richtig: dass es ein Haufen Spinner ist. Weil es ja im Internet steht, auf der über jede Kritik erhabenen Wikipedia. Nach Masku-Blogs sucht der gar nicht erst.

Dann kam mir der revolutionäre Gedanke: ich könnte ja statt rumjammern tatsächlich etwas unternehmen. Die Definition umschreiben, zum Beispiel. Und siehe da – keine 2 Stunden später wurde die Änderung kontrolliert und freigeschaltet. Wenn unser Journalist jetzt über Maskulinismus stolpert, bekommt er das zu lesen:

Maskulinismus oder Maskulismus bezeichnet die Interessensvertretung von männlichen Rechten oder Bedürfnissen; die Wahrung oder Verbreitung von Meinungen, Werten, Gesinnungen usw. die als männertypisch betrachtet werden; oder einen Ansatz der sich auf eine naturbedingte männliche Überlegenheit beruft.

Das klingt schon viel weniger nach einem Haufen von Spinnern als der alte Text. Es ist noch keine abschließende Definition die alles umfasst was ich bisher über dieses Thema gelesen habe, aber es ist ein Anfang, und sicher eine Verbesserung gegenüber dem Stuss der da vorher stand.

Ist das eine Garantie für eine ausgewogenere Berichterstattung in den Medien? Nein. Aber es wirft ihr wenigstens keine zusätzlichen Steine in den Weg.

Diese Definition ist sicher nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Aber wenn wir uns mehr darum kümmern würden, dass die Wikipedia eine objektive Enzyklopädie wird und bleibt, dann könnte sich das Bild der Männerrechtsbewegung über kurz oder lang bessern. Wichtig dabei ist es nicht zu vergessen, dass die Wikipedia neutral bleiben muss. Neutral bedeutet nicht feministisch – aber auch nicht antifeministisch. Dort werden Dinge stehen bleiben, die dem einen oder anderen Männerrechtler oder Feministen nicht gefallen. Mir gefällt z.B. der Teil mit der männlichen Überlegenheit auch nicht, er ist aber leider aber trotzdem wahr und bleibt deshalb stehen.

Und was ist mit diesen mächtigen fiesen Instituten, die jede Textzeile aus der Wikipedia löschen, die nicht dem feministischen Dogma entspricht? Ja und – auch wenn sie das machen: die sollen nur ordentlich zu tun bekommen.

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Über Martin Domig

Uh yeah. THAT guy.
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12 Antworten zu Jammern bringt nichts

  1. elmardiederichs schreibt:

    Sehr gut gemacht. Warten wir ab, wie lange die neue Version erhalten bleibt.

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  2. Neuer Peter schreibt:

    Sehr löblich!

    Aber aus eigener Erfahrung weiß ich: Die Änderung sieht den Donnerstag nicht.

    Mal sehen, ich lasse mich gern eines besseren belehren.

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  3. Thomas Fügner schreibt:

    Ich sehe das Problem in der spezifisch weiblichen, i.e. „Kollektivistischen“ Rhetorik.
    Sich anzupassen, einer herrschenden Meinung gerecht zu werden ist seit C. G. Jung die unbewusste Haltung des Animus. (Der verdrängte männliche Anteil in der weiblichen Psyche)
    Hier wird nix. Hier kann nichts originär positiv Männliches entstehen.
    Das entsteht im einzelnen Mann, in dem Aufbau seiner Werte, die sich von denen anderer Männer unterscheiden. Das kann destruktiv sein (lonesome rider, last man standing) oder konstruktiv (Mozart, Zen, …)
    Dazu bedarf es nicht der Abgrenzung von Mutter, Frau und Feminismus, (z. B. als Maskulist), sondern im Suchen und Finden in sich selbst.
    Vergesst also „DIE Frauen“, bitte, um Euretwillen.
    Ich bin dabei.

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  4. Pingback: Distanzierung vom Antifeminismus | Flussfänger

  5. Bud schreibt:

    > Und was ist mit diesen mächtigen fiesen Instituten, die jede Textzeile aus der Wikipedia löschen, die nicht dem feministischen Dogma entspricht? Ja und – auch wenn sie das machen: die sollen nur ordentlich zu tun bekommen.

    Du willst Dich auf eine Materialschlacht mit einem ressourcentechnisch weit überlegenen Gegner einlassen?

    Deine Änderungen stehen jetzt immer noch drin, es gab noch keine weiteren Edits. Ich bin eingermaßen überrascht. Aber mal abwarten, eine Schwalbe macht noch keinen Sommer.

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    • Martin Domig schreibt:

      Du willst dich auf eine Materialschlacht mit einem ressourcentechnisch weit überlegenen Gegner einlassen?

      Ich will das ja nicht allein machen. Wenn nur ein kleiner Teil der Energie die hier in diverse Blogs geht stattdessen in Wikipedia gehen würde, wäre das eine Menge. So viele Editoren hat die Wikipedia nicht. Und auch diese Fiona hat nicht nur Freunde, es gibt da schon einige die sehen was hier läuft.

      Ausserdem habe ich die Schnauze voll von diesem wir-können-ja-eh-nix-erreichen-Gejammere. Wenn nur gejammert wird dann wird ganz sicher nix erreicht. Aber wenn auch nur sagen wir 5 Blogger nur eine einzige Änderung in der Wikipedia hier oder da anbringen würde wäre das schon eine Verbesserung. Wenn die Änderung sachlich und objektiv begründbar ist (und zwar auch für jemanden dem Männerrechte schnurz sind) dann wird das sicher besser funktionieren als sich weiterhin in dieser handlungsunfähigen Depression zu suhlen.

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      • Bud schreibt:

        > Und auch diese Fiona hat nicht nur Freunde, es gibt da schon einige die sehen was hier läuft.

        Mit Ressourcen sind nicht nur die Anzahl der Beteiligten gemeint, sondern vor allem auch, wieviel Zeit die jeweils haben. Ich weiß ja nicht, wie’s bei Dir steht, aber ich finde noch nicht mal die Zeit, hier in den Blogs alles zu kommentieren, wozu ich was zu sagen hätte. Nach fruchtlosen Edit-Wars steht mir der Sinn nicht. Ich hatte mich dort schon vor 8 oder 9 Jahren zurückgezogen, weil mir das ganze langsam zu anstrengend wurde.

        Weiterhin steht Wikipedia nicht erst seit der feministischen Unterwanderung in der Kritik. Der Admin-Klüngel war schon Jahre zuvor ein Thema. Du musst also vielleicht nicht nur Fiona wegputschen, sondern Dich noch mit viel mehr Personen beschäftigen. Kann natürlich auch sein, daß Du die auf Deine Seite ziehen kannst.

        > Wenn nur gejammert wird dann wird ganz sicher nix erreicht.

        Ist /irgendwas/ tun besser als /nichts/ tun? Ok, laut meiner Lebenserfahrung lautet die Antwort oftmals ja. Kommt mir trotzdem sinnnlos vor.

        > dann wird das sicher besser funktionieren als sich weiterhin in dieser handlungsunfähigen Depression zu suhlen.

        „Sentiment without action is the ruin of the soul.“ (Edward Abbey)

        „Person saying it cannot be done should not stand in the way of person doing it.“ (Chinese proverb, Gedächtniszitat)

        In diesem Sinne, ich werde Dir nicht im Weg stehen. 😉
        Du kannst ja über Deine Erfahrungen dort bloggen.

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        • Martin Domig schreibt:

          Ich hatte schon so eine Ahnung, dass die Wikipedia ein ganz eigener Verein ist.

          Du kannst ja über Deine Erfahrungen dort bloggen.

          Mal sehen ob ich das kann 😉 Meine Zeit ist auch nicht unendlich. Ich nehme auch an dass die Frequenz der Posts hier ab Januar weniger wird, schließlich habe ich auch noch ein echtes Leben, (gottseidank) fernab von diesen Streitereien.

          Nur: der Punkt den ich rüberbringen will ist der, dass ich glaube dass zu viel gejammert und zu wenig getan wird. Irgendwas. Auch wenn man irgendwas tut ist das immer noch besser als nichts, auch wenn dieses irgendwas nur ein Kopieren aus der englischen in die deutsche Wikipedia ist. Bringt nicht viel, aber es bringt nicht nichts. Es muss ja nicht gleich die Gründung einer Männerpartei sein, es reicht ja schon wenn man den einen oder anderen Satz in der Wikipedia neutraler formulieren kann.

          Blogs sind schön und gut, aber ich glaube dass ihre Bedeutung überschätzt wird (der Flussfänger ist da keine Ausnahme). Immerhin ist ein Blog nicht nichts.

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